10 Tage voller Aufregung, Anstrengung, Freude (und dem einen oder anderen Schützenbrummel) sind vergangen. Es war toll und auch anstrengend. Besonders haben wir uns über die ungewöhnlich große Runde nicht startender Rahlstedter als Zuschauer und moralischen Beistand gefreut.

Da wir zum ersten Mal mit Mykhailo und Vincent auch zwei Jugendliche mit dabeihatten, lief alles etwas anders ab als gewohnt. Anstatt des ruhigen „in den Wettkampfmodus kommen“ war praktisch ab Tag 1 eine Menge los. Zum Glück war Nele bereit mitzukommen, um uns zur Seite zu stehen. Das war eine große Hilfe. Noch einmal vielen Dank dafür!!!

Mykhailo und Vincent haben dann auch einen super Auftakt hingelegt. Während sie in Hamburg in der Regel mit uns Erwachsenen schießen müssen, waren da nun 100 Jugendliche in ihrem Alter. Jeder mit Eltern und Trainer. Kurz gesagt, die Anlage in München war proppenvoll und damit auch durchaus einschüchternd, zumal die anderen Jugendlichen oft mit besten Ausrüstungen angetreten sind.

Trotzdem haben sich die beiden davon nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Mykhailo hat mit 590,8 Ringen (und damit Platz 42) sogar eine persönliche Bestleistung geschossen.

Auch Vincent hat, obwohl die erste Serie nicht perfekt war, mit seinen erreichten 582,1 Ringen (Platz 52) sein zweitbestes Ergebnis überhaupt geschossen.
Das haben sie wirklich toll gemacht. Wir könnten nicht stolzer sein.

Kaum waren die Jugendlichen wieder abgereist, war Sabine mit KK 3×20 dran. Bei gutem Wetter (was dieses Jahr in München wahrlich nicht selbstverständlich war) und mit guter Laune ging es los. Die ersten beiden Disziplinen liefen gut von der Hand. Erst ein kleines Missgeschick mit der veralteten Anlage konnte Sabines Erfolgszug etwas stoppen. So kam immerhin noch ein stattlicher 35ter Platz mit 513 Ringen dabei heraus.

Am Montag war dann unser „Altherrentag“. Morgens früh startete Ralf im KK Liegendkampf. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie einer von Hamburgs besten Liegendschützen es jedes Jahr schafft mit der Anlage in München zu kämpfen. 604,8 Ringe sind für ihn eher ein schlechtes Ergebnis. Dementsprechend war er mit seinem 45ten Platz nicht sehr zufrieden. Das wir anderen uns ganz schön strecken müssen um überhaupt (und schon gar nicht auf den Deutschen) so ein Ergebnis zu schießen, davon reden wir mal lieber nicht. 😉

Abends um 18:25 Uhr waren dann Andreas und Ulf mit dem LG dran. In dieser Disziplin starten sie für den SV Steinitz (Sachsen-Anhalt). Ein Deal zwischen den Altherren. KK wird für Rahlstedt geschossen – LG für den anderen Verein.
Die späte Startzeit hatte schon so ihre Tücken. Andreas musste dann auch leider feststellen, dass Jugendbetreuung und eigenes erfolgreiches Schießen sich nicht unbedingt vertragen. Er hatte den ganzen Wettkampf über Schwierigkeiten und kam nicht wirklich rein. Am Ende landete er mit 385,1 Ringen auf dem 62ten Platz. Eigentlich gar nicht so schlecht, da das Teilnehmerfeld bei den Herren IV durchaus anspruchsvoll ist, es wäre aber durchaus mehr drin gewesen.

Ulf hat sich etwas besser geschlagen. Mit seinen 390,4 Ringen landete er auf dem 44ten Rang.

Den Schützenfrust haben wir dann erst einmal beim Griechen mit leckerem Essen und einer lustigen Runde verarbeitet.

Am Dienstagmittag war dann Sabine mit dem LG dran. Mit dem LG war es für Sabine erst der zweite Start auf den Deutschen. Dementsprechend war sie ziemlich aufgeregt. Die Geräuschkulisse ist für uns Normalschützen aber auch kaum vorstellbar. Wenn auf der rechten Seite 50 Luftgewehre und auf der linken Seite 50 Zimmerstutzen gleichzeitig losschießen und in der Mitte quatschen die Zuschauer. Aber Sabine hat es bis auf ein paar Ausreißer sehr gut gemeistert und sich mit 379,2 Ringen und einem sehr guten 35ten Platz belohnt.

Kaum war Sabine fertig wuselten wir alle dann auf den Pistolenstand. Frank war in der Disziplin 25m Revolver .44 Magnum dran. Für mich war es das erste Mal, dass ich mir diesen spannenden Wettkampf angesehen habe. Frank war in den ersten vier Serien gar nicht weit von den vorderen Plätzen entfernt. Leider hatte er dann im Duellteil bei seinen letzten Schüssen ein kleines Zeitproblem, so dass der fünfte Schuss in der vorletzten 5er-Serie zu spät kam und nicht mehr in die Wertung eingegangen ist. Wie ärgerlich. Vor allem, weil es direkt davor wirklich gut lief. So hat sich Frank dann mit 343 Ringen auf dem 45ten Platz eingeordnet.

Am Donnerstag waren dann noch Andreas und Ulf in der Disziplin KK 100m dran. Andreas startete als erstes. Der Wettkampf lief eigentlich sehr gut … bis Andreas in den letzten 10 Minuten die Konzentration verlor und mit seinen letzten Schüssen die sehr gute Platzierung hergab. So war das Endergebnis 278 Ringe und damit ein 35ter Platz.

Den Knüller der Deutschen Meisterschaft brachte dann aber Ulf. 284 Ringe bedeuteten den 11en Platz, damit eine klare Einordnung in dem begehrten ersten Drittel (Wer eine Platzierung im ersten Drittel erlangt, bekommt einen Anstecker, der ansonsten für niemanden erhältlich ist. Eine begehrte Trophäe!). Wenn man bedenkt, dass Ulf leider mit zwei Achten aufgehört hat, dann bleibt der kleine Hintergedanke, was noch möglich gewesen wäre, wenn auch er nicht am Ende seine Konzentration verloren hätte …?

Und dann hatten wir es also geschafft (und ich war sowas von geschafft).

Nicht immer war jeder über das erreichte glücklich, aber letztendlich hat jeder sein Bestes gegeben und wir uns jedes Mal mindestens im Mittelfeld platziert. Ich denke, damit können wir wirklich sehr zufrieden und stolz auf unsere Schütz*innen sein!

Dann also auf in die neue Saison…!  🙂
Norma